Professur für Kriminologie und Strafrecht - Prof. Dr. Tobias Singelnstein

Willkommen auf der Seite der Professur für Kriminologie und Strafrecht

Lehre und Forschung an der Professur befassen sich sowohl mit kriminologischen Fragestellungen als auch mit solchen aus dem Strafrecht und dem Strafprozessrecht. Dabei wird auf eine kritische und reflexive Herangehensweise Wert gelegt, die Empirie und Dogmatik miteinander verbindet und Brücken zu den Grundlagenfächern schlägt, insbesondere zur Rechtstheorie und Rechtssoziologie. Theoretische Themen erhalten ebenso Raum wie Fragen des „law in action“, also der Praxis der Rechtsanwendung, und Zusammenhänge mit gesellschaftlichen Entwicklungen. mehr      

© für das Bild: Blachura Photography

Aktuelles

01.10.2026

Neuerscheinung:  Independent Police Accountability Bodies. Comparative Perspectives on Complaints Against the Police 

Der gemeinsam mit Anja Johansen, Genevieve Lennon, Hartmut Aden, Christian Mouhanna und Marc Alain herausgegebene Sammelband bietet eine detaillierte vergleichende Analyse unabhängiger Polizeibeschwerdestellen (Independent Police Complaints Bodies, IPCBs) in Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan und dem Vereinigten Königreich. Auf Grundlage der Ergebnisse des internationalen Projekts „Police Accountability: Towards International Standards“ untersucht das Buch die spezifischen politischen, kulturellen und institutionellen Kontexte, die die Regelungen zur Rechenschaftspflicht der Polizei in den einzelnen Ländern prägen. Zudem werden die transnationalen Dynamiken, die hinter der bemerkenswerten Verbreitung von IPCBs in den letzten drei Jahrzehnten stehen, analysiert und die Aussichten für eine künftige Annäherung an internationale Standards bewertet.


01.10.2026

Neuerscheinung: Not kennt kein Gebot? Hunger und Devianz in Rechtsgeschichte und Kriminologie (Nomos, 2026)

Hunger gilt bis heute als eine der größten Herausforderungen für die Menschheit und kann sowohl Auslöser als auch Katalysator von Konflikten sein. Der gemeinsam mit David von Mayenburg herausgegebene Sammelband, der aus einem interdisziplinären Workshop im Jahr 2023 an der Goethe-Universität hervorgegangen ist, geht diesem Zusammenhang nach und untersucht, wie Strafrechtssysteme in unterschiedlichen Epochen auf Hunger reagieren oder eine Kriminalisierung von Hunger und Armut organisieren. Zentral ist dabei die Frage, inwieweit strafrechtliche Reaktionen auf Hunger bereits bestehende strukturelle soziale Ungleichheiten reflektieren. 


08.06.2026

Buchvorstellung & Diskussion: Rechtsextremismus und Polizei. Erscheinungsformen, Umgangsweisen, Perspektiven

Rechtsextremismus stellt eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung dar. Das gilt auch und gerade für die Polizei, wie nicht zuletzt der NSU-Komplex und die Aufdeckung rechtsextremer Netzwerke und Chatgruppen in Sicherheitsbehörden gezeigt haben. Die Veranstaltung widmet sich den Fragen, wie es um Rechtsextremismus in der Polizei selbst bestellt ist, was das Erstarken extrem rechter Parteien für die Polizei bedeutet und wie widerstandsfähig demokratische Institutionen wie die Polizei gegenüber rechten Ideologien sind. 




Darüber diskutieren anhand von kurzen Inputs:
•    Dr. Carsten Dübbers (Polizeipräsidium Bochum) 
•    Uli Grötsch (Polizeibeauftragter des Bundes beim Deutschen Bundestag)
•    Dr. Haydée Mareike Haass (Deutsche Hochschule der Polizei)
•    Prof. Dr. Christoph Kopke (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)
•    Kelly Laubinger (Sinti Union Schleswig-Holstein) 
•    Prof. Dr. Tobias Singelnstein (Goethe-Universität Frankfurt am Main).


22. Juni 2026
18 Uhr s.t.
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Max-Horkheimer-Str. 2
Gebäude „Normative Orders“
Raum NO EG 01

Die Diskussion knüpft an den Sammelband „Rechtsextremismus als Herausforderung für Polizei und Gesellschaft“ an, der aktuelle Perspektiven aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft zusammenführt.
Die Veranstaltung ist öffentlich und alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Es wird um Anmeldung per Mail gebeten an kriminologie@uni-frankfurt.de.
Veranstaltet von Dr. Haydée Mareike Haass (Deutsche Hochschule der Polizei) und Prof. Dr. Tobias Singelnstein (Professur für Kriminologie und Strafrecht der Goethe-Universität) in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Normative Ordnungen.


11.05.2026

Start der Forschungsgruppe 5906 – Recht, soziale Kontrolle und KI

Am 1. Mai hat die Forschungsgruppe 5906 „Rechtliche und gesellschaftliche Folgen maschinellen Entscheidens“ der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ihre Arbeit aufgenommen. Wir freuen uns sehr, im kriminologischen Teilprojekt 6 mit den Kolleg:innen zu Bedeutung und Folgen von KI für soziale Kontrolle forschen zu können.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.uni-muenster.de/For5906/forschungsgruppe/ueberuns/index.shtml.

13.04.2026

Buchvorstellung: Zwischen Transformation und Abolitionismus. Das Strafrecht und die Vielfalt der Alternativen

Benno Zabel, Tobias Singelnstein und Christoph Burchard laden gemeinsam mit dem Institut für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie der Goethe-Universität Frankfurt sehr herzlich zur Buchvorstellung von „Zwischen Transformation und Abolitionismus. Das Strafrecht und die Vielfalt der Alternativen“ am Dienstag, den 12. Mai 2026, um 16 Uhr im Normative Orders Gebäude, Raum 1.01, auf dem Campus Westend der Goethe-Universität ein.

Im Rahmen der Veranstaltung möchten wir zentrale Gedanken und Thesen vorstellen und mit Ihnen in fachlichen Austausch treten.  

30.01.2026

AND NOW HANAU. Theater und Diskussion am 10. Februar 2026 in Frankfurt 

Der Arbeitsbereichs „Kriminologie und Strafrecht“ der Goethe-Universität Frankfurt (Tobias Singelnstein, Justine Diebel) und das Forschungsprojekt „Die Kunst der Gegenuntersuchung“ am Institut für Sozialforschung (Marie-Hélène Gutberlet, Arman Manafpour-Ossaloo, Anna Schlote, Felix Trautmann, Franziska Wildt) laden ein zum Theaterstück »And now Hanau« von Tuğsal Moğul über den rassistischen Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020.


Es fragt nach den Kontinuitäten, aber auch nach den Nachwirkungen und der Kritik rechter Gewalt. Die Bühne bietet einen Raum, nicht nur um der Trauer Ausdruck zu verleihen und die Opfer zu Wort kommen zu lassen, sondern auch, um Fragen zu stellen: nach der gesellschaftlichen Wirkung der Tat, den Voraussetzungen, die sie möglich gemacht haben, und den politischen Konsequenzen – Fragen, die sich heute, fast sechs Jahre später, immer noch und immer wieder neu stellen. Auch im begleitenden Podiumsgespräch widmen wir uns diesen Fragen im Spannungsfeld juristischer, polizeilicher und politischer Aufklärung und diskutieren zugleich die Rolle und Möglichkeiten des Theaters als Ort der Gegenuntersuchung, der politischen Bildung und kritischen Revision.

16h30 Podiumsgespräch
Hörsaalzentrum, HZ 15
Mit: Waltraud Verleih (Rechtsanwältin), Narku Laing (Rassismusforscher), Tuğsal Moğul (Autor und Regisseur) und Armin Kurtović (Initiative 19. Februar, Hanau)
Moderation: Justine Diebel und Felix Trautmann
Eintritt frei, keine Anmeldung nötig. 

19h30 »And now Hanau«
Casino, Festsaal I
Gastspiel des Staatstheater Mainz
Text und Regie: Tuğsal Moğul 
Mit: Vincent Doddema, Flora Udochi Egbonu, Anneke Gies, Sabah Qalo
Dauer ca. 80 Minuten
Einlass ab 19h15 

Anmeldung
Aufgrund begrenzter Sitzplätze, ist die Teilnahme an der Theatervorstellung »And now Hanau« um 19h30 nur nach Anmeldung per Email möglich: kunstdergegenuntersuchung@gmail.com
Der Eintritt ist frei. Es besteht die Möglichkeit zur Spende an die Initiative „Echte Konsequenzen für Hanau. Wir ziehen vor Gericht!“ der Familie Kurtović. 

12.01.2026

​Neuerscheinung: Zwischen Transformation und Abolitionismus. Das Strafrecht und die Vielfalt der Alternativen (Velbrück, 2025)

Der gemeinsam mit Benno Zabel und Christoph Burchard herausgegebene Open-Access-Band greift die Debatte um Alternativen zu Strafe und Strafrecht mit dem Ziel auf, den interdisziplinären Austausch zu fördern und das Problembewusstsein in Theorie und Praxis zu schärfen. Vor diesem Hintergrund geht es etwa um Gefängniskritik, die Kritik der Ersatzfreiheitsstrafe, die Kontroverse um den carceral feminism oder die Polizeikritik. Der Band versammelt verschiedene Perspektiven auf das Strafrecht zwischen Wandel und Abschaffung des Strafens, ein besonderer Fokus liegt auf den Alternativen im, zum und durch das Strafrecht.

Das Buch kann hier kostenlos heruntergeladen werden.


02.12.2025

Seminarankündigung: Alternativen des Strafens (SoSe 2026)

Im Sommersemester 2026 findet ein weiteres Seminar aus dem Schwerpunktbereich 6 (Kriminalwissenschaften) vom 01. bis 04. Juli 2026 ebenfalls als Blockseminar im Haus Bergkranz, Kleinwalsertal (Österreich) statt:

Die Diskussion um Alternativen zum Strafen ist so alt wie das Strafrecht und die Kritik am Strafrecht selbst. Das Seminar schließt an das Seminar „Kritiken des Strafens“ an und zieht die Konsequenzen aus den dort behandelten grundlegenden, jüngeren Kritiken des Strafrechts, indem es der Frage nachgeht, wie Alternativen zum Strafen aussehen können und diskutiert werden. Dabei wird der Blick insbesondere auf Alternativen im und zum Strafrecht gerichtet, am Rande auch auf Alternativen bzw. gesellschaftliche Veränderungen mittels Strafrecht.

Die Plätze in dem Seminar sind begrenzt. Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, dann bewerben Sie sich bitte bis 15. Februar 2026 per E-Mail mit einem halbseitigen Motivationsschreiben, ggf. einem Themenvorschlag und einer Leistungsübersicht (in einer PDF-Datei) bei Herrn Simon Klein, Sekretariat der Professur für Kriminologie und Strafrecht
(kriminologie@uni-frankfurt.de). Sie erhalten dann bis 20. Februar 2026 Bescheid, ob Sie ei-nen Platz bekommen haben.

Nähere Informationen und Organisatorisches entnehmen Sie der Seminarbeschreibung.


02.12.2025​

​Seminarankündigung: Kritiken des Strafens (SoSe 2026)

Im Sommersemester 2026 (29. Juni - 01. Juli 2026) findet ein Seminar aus dem Schwerpunktbereich 6 (Kriminalwissenschaften) als Blockseminar im Haus Bergkranz, Kleinwalsertal (Österreich) statt:

Das Strafrecht ist seit seinem Bestehen unterschiedlichen Formen der Kritik ausgesetzt – sowohl aus der Strafrechtswissenschaft selbst als auch aus der Kriminologie und anderen Disziplinen. In diesem Seminar wollen wir grundlegenden, jüngeren Kritiken des Strafrechts nachgehen, sie erörtern und gemeinsam diskutieren. Gegenstand können sowohl theoreti-sche als auch empirische Ansätze sein, die das Strafrecht und seine Funktion in der Gesell-schaft analysieren und dabei einer grundsätzlichen bzw. radikalen Kritik unterziehen. Einer-seits können Arbeiten bzw. das Werk einzelner Autor*innen in den Blick genommen werden (z. B. Michel Foucault, Heinz Steinert, Loic Waquant), andererseits besteht die Möglichkeit, bestimmte Fragestellungen (z. B. materialistische Rechtstheorie und Strafrecht, politische Ökonomie des Strafrechts, postkoloniale Perspektiven) zu bearbeiten.

Die Plätze in dem Seminar sind begrenzt. Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, dann bewerben Sie sich bitte bis 15. Februar 2026 per E-Mail mit einem halbseitigen Motivati-onsschreiben, ggf. einem Themenvorschlag und einer Leistungsübersicht (in einer PDF-Datei) bei Herrn Simon Klein, Sekretariat der Professur für Kriminologie und Strafrecht
(kriminologie@uni-frankfurt.de). Sie erhalten dann bis 20. Februar 2026 Bescheid, ob Sie ei-nen Platz bekommen haben.

Nähere Informationen und Organisatorisches entnehmen Sie der Seminarbeschreibung.


06.06.2025

Neuerscheinung: Police Use of Excessive Force in Germany (Campus Verlag, 2025)

Die englische Übersetzung unserer umfassenden empirischen Studie zu übermäßiger polizeilicher Gewalt in Deutschland ist jetzt verfügbar. 

Die Studie basiert auf einer Mixed-Methods-Erhebung mit über 3.000 Betroffenen sowie 63 qualitativen Interviews mit Expert*innen aus Polizei, Justiz und Zivilgesellschaft. Ein zentrales Ergebnis: Die Polizei verfügt über erhebliche Definitionsmacht bei der institutionellen Aufarbeitung von Gewaltvorwürfen. 

Wir freuen uns über Interesse an Rezensionsexemplaren, Anschaffungsvorschläge für Bibliotheken und Einladungen zur Präsentation unserer Forschung. 

Weitere Informationen finden Sie beim Campus Verlag.


Weitere Informationen zu vergangenen Veranstaltungen und Hinweisen finden sich im Archiv.