Rechtshistorische Lehrveranstaltungen im WiSe 20/21

Legal Transfer in the Common Law World

Hon.Prof. Stefan Vogenauer MJur (Oxford), Dr. Emily Whewell
14tgl., Mo, 14:00-16:00 (c.t.), MPIeR Z02; beginnend am 9.11.2020
 
As the British Empire expanded, English law was being introduced in very different parts of the world. Rules, principles and institutions from England were brought into force in regions and societies as diverse as Australia, Ghana, India, Jamaica and Singapore. In this research colloquium, we enquire how this process unfolded in various places.
 
In many cases English law encountered local or regional traditions, both legal and non-legal. To what extent did these encounters differ from each other? Was there ever anything resembling the frequently invoked ‘unity of the common law’? Or did the law of England acquire a distinctive flavor in each territory, depending on the geography, the climate and the prevailing religions, moral and economic views of the inhibitants? And, finally, can we learn anything from the experience of English law for the broader debate on ‘legal transplants’ and, even more generally, legal development as such?
 
Students have the opportunity to choose the topic of their written assignment (Seminararbeit) based on the theme of one of the scheduled seminar sessions, or choose their own topic to research in consultation with the seminar coordinator. They can choose to submit their assignment and make an oral presentation to the other students either at the end of the scheduled semester or at the start of the following semester.
 
There will be two preliminary meetings, one taking place at the end of the semester before the seminar begins, and one at the start of the semester in which the seminar will be held. Students are encouraged to meet the seminar organisers at either of these sessions to introduce themselves and receive more information on the seminars. In order to enquire about the date and venue of the next preliminary meeting please email whewell@rg.mpg.de.
 
Das Seminar findet am Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte statt. Das Seminar findet in englischer Sprache statt.


Rechtshistorische Lehrveranstaltungen im SoSe 2020

Rechts- und Verfassungsgeschichte I

Prof. Dr. David von Mayenburg
Mo, 10:00-13:00 (c.t.), HZ 3

Die Vorlesung ist der erste Teil der zweisemestrigen Einführung in den Grundlagen- und Pflichtfachbereich "Grundzüge der Rechts- und Verfassungsgeschichte". Sie gibt einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Rechts, aber auch über die darüber hinausgehenden Erkenntnisinteressen und die davon abhängigen Methoden der Rechtsgeschichte. 

Zur Vorlesung werden begleitende Tutorien angeboten, die auf die abschließende Hausarbeit vorbereiten.


Rechts- und Verfassungsgeschichte II

Prof. Dr. Albrecht Cordes
Di, 10:00-12:00 (c.t.), HZ 1

Im Anschluss an die Vorlesung Rechtsgeschichte I im Wintersemester, in der es um Verfassungs- und Strafrechtsgeschichte ging, steht nun die Privatrechtsgeschichte im Mittelpunkt. Der Bogen wird vom antiken römischen Privatrecht (Corpus Iuris Civilis des Kaisers Iustinian 529-534) bis zur Gegenwart gespannt. Es geht primär um die sog. äußere Rechtsgeschichte, also die Geschichte der Rechtsquellen und Institutionen sowie auch der handelnden Personen in ihrem politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kontext. Die Geschichte der Rechtsinstitute selbst (Eigentum, Ehe, Vertrag usw.) kommt hingegen nur punktuell zur Sprache.

Die Veranstaltung wird durch ein Propädeutikum begleitet, das den Vorlesungsstoff anhand von Übungen vertieft und auf die Abschlussklausur vorbereitet und jeweils Montags, 12:00-14:00 (c.t.) im HZ 11 durch Frau Dr. Sonja Breustedt angeboten wird.


Einführung in den Schwerpunktbereich Grundlagen - Rechtsgeschichte

Institut für Rechtsgeschichte
Mo, 16:00-18:00 (c.t.), RuW 4.101

Gemeinsam haben die Rechtshistoriker des Fachbereichs dieses Kolloquium konzipiert, das am Beginn des universitären Schwerpunktstudiums stehen soll. Nachdem im Grundstudium die Gelegenheit bestand, die beiden Teile des Grundlagenscheins in der Rechtsgeschichte zu erwerben und dabei die wichtigsten Phasen und Ereignisse der Rechtsgeschichte kennenzulernen, geht es nun um eine stärker problemorientierte Arbeitsweise. Es kommt jede Woche ein anderes zentrales Thema der Rechtsgeschichte zur Sprache. 

Die Veranstaltung ist auch für Studierende des Nebenfachs und mit noch nicht bestandener Zwischenprüfung geöffnet (§ 25 Abs. 2 StudPO). Ihr Besuch wird vor allem Studierenden am Beginn des Schwerpunktstudiums empfohlen.


Asebie

Prof. Dr. Guido Pfeifer
Di, 18:00-20:00 (c.t.), RuW 4.101

Das Seminar widmet sich den materiellen und prozessualen Aspekten des Asebie-Tatbestandes, aber auch der politischen Instrumentalisierung von Recht im Kontext von Religion und staatlicher Ideologie sowie dem Konflikt zwischen individueller Freiheit und kollektivem Zwang in der attischen Demokratie. Kenntnisse des Altgriechischen sind willkommen, werden aber nicht zwingend vorausgesetzt. Das Seminar dient zugleich der Vorbereitung eines Lehrkooperationsprojekts mit dem Institut für Klassische Philologie und dem Lessing-Gymnasium, das für das Wintersemester 2020/21 geplant ist.

Das Seminar ist auch für Studierende geöffnet, die die Zwischenprüfung noch nicht bestanden haben (§ 25 Abs. 2 StudPrüfO). Im Rahmen des Seminars kann auch eine Teilleistung für die Zwischenprüfung erworben werden (§ 20 Abs. 3 StudPrüfO).


Geschichte und Gegenwart des Strafvollzugs

Prof. Dr. David von Mayenburg, Prof. Dr. Cornelius Prittwitz
Termine werden noch bekanntgegeben


Global Legal History

Prof. Dr. Thomas Duve

Blockseminar: Mo, 20.04. 16:00-18:00 (c.t.) 
  Di, 28.04., 26.05, 23.06., 30.06.  14:00-16:00 (c.t.)
  Do, 02.07. 14:00-18:00 (c.t.)

Unsere Rechtssysteme und unsere Rechtsgeschichten sind vom Nationalstaat geprägt. Nicht nur die Präsenz von transnationalem Recht, sondern auch Entwicklungen in der allgemeinen Geschichtsschreibung haben in den letzten vier Jahrzehnten dazu geführt, dass immer mehr transnationale Perspektiven auf die Rechtsgeschichte gefordert werden. Eine besondere Ausprägung transnationaler Rechtsgeschichte ist die vor allem im englischsprachigen Bereich betriebene Globalrechtsgeschichte. In dem Seminar sollen Methodenfragen und konkrete Beispiele globalrechtshistorischer Forschung diskutiert werden.

Englischkenntnisse sind unerlässlich.


98 Jahre nach Eugen Ehrlich - Rechtssoziologie, Freirecht, Rechtspluralismus

Dr. Ralf Seinecke
Blockseminar: 13.07./14.07.2020, RuW 2.102

Das Seminar widmet sich dem 1862 geborenen und 1922 verstorbenen Juristen Eugen Ehrlich. Er gehört zu den wichtigsten und innovativsten Vertretern der klassischen Moderne der Jurisprudenz. Er unterrichtete fernab der österreichisch-ungarischen Monarchie in Czernowitz in der Bukowina und erfuhr zu Lebenszeiten nur wenig Anerkennung. Heute aber gilt er als Begründer der Rechtssoziologie und war eine zentrale Figur der „Freirechtsbewegung“. Seine Schriften zur Methodenlehre und juristischen Logik sind noch heute inspierend. In den letzten Jahrzehnten wurde er zudem zum Vorvater des Rechtspluralismus stilisiert. 


Einführung in die Geschichte des Kirchenrechts bis zur Reformation

Prof. Dr. David von Mayenburg
Mo, 14:00-16:00 (c.t.), RuW 4.101

Neben dem römischen Recht und den deutschen Rechtstraditionen bildet das klassische Kirchenrecht eine der großen Säulen, auf die unsere moderne Rechtsordnung aufgebaut ist. Viele heute selbstverständliche Rechtsregeln und Institutionen stammen aus dem mittelalterlichen Kirchenrecht (z.B. der vertragsrechtliche Grundsatz, dass Verträge einzuhalten sind – pacta sunt servanda). Auch wenn die römische Kirche bereits im Mittelalter ein hoch entwickeltes und alle Lebensbereiche umspannendes Rechtssystem entwickelte und praktizierte, spielt das Kirchenrecht in der rechtshistorischen Ausbildung heute nur eine geringe Rolle. Die Veranstaltung gibt eine erste Übersicht über die Geschichte und die Quellen des klassischen westeuropäischen Kirchenrechts bis zur Reformation. Dessen Funktionsweise wird anhand von anschaulichen Beispielen erläutert. Lateinkenntnisse sind nicht erforderlich.

Das Kolloquium steht auf Nachfrage auch für Interessierte aus anderen Schwerpunktbereichen und für Nebenfachstudierende offen.

 


Freirecht?!

Dr. Ralf Seinecke
Do, 14:00-16:00 (c.t.), RuW 3.101

Kurz nach dem das BGB im Jahr 1900 in Kraft getreten war, wurde mit dem Schlachtruf „Freirecht“ ein neues Methodenstichwort geprägt. Es ging um „freie Rechtsfindung“, „freie Rechtswissenschaft“ und den „Richterkönig“, um nicht-staatliches Recht, alternativen zum Gesetz, ein weites Lückenverständnis und vieles andere mehr. Das herrschende Gesetz und sein Recht wurden in zahlreichen Texten heftig – und gelegentlich auch sehr humorvoll – angegriffen. Im Lektüre-Kolloqium werden die zentralen Texte der „Freirechtsbewegung“ (Kantorowicz, Fuchs, Ehrlich), aber auch verwandte Texte etwa von Carl Schmitt oder Gustav Radbruch gelesen. Zudem werden jüngere Thesen zum Freirecht und seine Wissenschaftsgeschichte diskutiert.


Keilschriftrechtlicher Lektürekurs

Prof. Dr. Guido Pfeifer
[entfällt]

Das Kolloquium kann im Sommersemester 2020 leider nicht stattfinden. Es wird aber voraussichtlich im Wintersemester 2020/21 fortgesetzt.