Auge um Auge, Zahn um Zahn - Strafen und Sanktionen gegen Unrecht in den Rechten des Alten Orients

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Rechtshistorisches Seminar

Prof. Dr. Guido Pfeifer

Das sprichwörtlich gewordene Vergeltungs- oder Talionsprinzip ist nur eine von vielen Sanktionsarten, mit denen in den Rechtsordnungen des Alten Orients auf begangenes Unrecht reagiert wird. Daneben begegnen uns die Todesstrafe und zahlreiche Formen von Körperstrafen, aber auch Ehrenstrafen und Geldbußen. Das Seminar fragt zum einen nach der Motivation dieser Sanktionen, also etwa nach Strafzwecken wie Sühne, Schadenskompensation, Prävention, etc., und berührt damit auch Probleme der Abgrenzung zwischen staatlichem und privatem Strafverfolgungsinteresse. Zum anderen richtet sich der Blick auf einzelne dogmatische und rechtssoziologische Aspekte der Sanktionierung von Unrecht, z.B. die Berücksichtigung subjektiver Verantwortlichkeit oder die Dispositionsbefugnis des Geschädigten. Grundlage ist die reiche Überlieferung an normativen und rechtstatsächlichen Quellen aus den frühen Hochkulturen Mesopotamiens.

15. April - 01. Juli 2014,
jeweils am Dienstag
um
18:00-20:00 Uhr (c.t.)
im Raum
RuW 4.101

Leistungsnachweis für Zwischenprüfung, Nebenfachstudierende und Schwerpunktbereichs-studium (Grundlagen des Rechts und Kriminologie) durch mündlichen Seminarvortrag von etwa 30 Minuten Dauer und anschließende schriftliche Ausarbeitung im Umfang von ca. 25 Seiten. Fremdsprachenkenntnisse (Englisch, Französisch, Italienisch) sind hilfreich.