Konvergenzen regulierter Erwartungsbildung (SPP 1859)

Doj rkb

Konvergenzen regulierter Erwartungsbildung?

Fusionskontrollregime in Deutschland und USA (1945-1989)

Erwartungen sind eine elementare Voraussetzung ökonomischen Handelns. Da zukunftsbezogene Entscheidungen stets unter der Bedingung von Unsicherheit erfolgen, tragen Erwartungen dazu bei, Komplexität zu reduzieren und verfügbare Informationen möglichst effizient zu nutzen. Erwartungen generieren demnach Handlungswissen und sind in allen ökonomischen Entscheidungssituationen von zentraler Bedeutung. Das Einzelprojekt untersucht im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 1859 (“Experiences and Expectations: Historical Foundations of Economic Behaviour”) die Erwartungsbildung von Kartellbehörden und Gerichten bei Unternehmensfusionen in den USA und Deutschland zwischen 1945 und 1989. Die im 20. Jahrhundert etablierten Fusionskontrollregime bündelten nicht nur erhebliches Erfahrungswissen, sondern verpflichteten Behörden und Gerichte beider Länder zu einer ökonomischen Erwartungsbildung in divergierenden Rechtssystemen. Durch einen Vergleich soll insbesondere die aus den USA stammende These empirisch hinterfragt werden, ob und inwieweit die Wettbewerbsregime beider Regulierungsräume von Konvergenz gekennzeichnet sind.