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Gustav-Radbruch Stiftung

Stifter/in: Lydia Radbruch
Stiftungsjahr: 1977 (20.12.1977, Genehmigung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe)
Stiftungssitz nach Satzung: Heidelberg
Stiftungsbehörde: Regierungspräsidium Karlsruhe


Stiftungszweck
Förderung von Forschungsarbeiten in Bezug auf den Strafvollzug, sowie die Ausbildung von Mitarbeitern im Bereich des Strafvollzugs, sowie die Belohnung besonderer Verdienste im Rahmen des Strafvollzugs.
Die Gustav Radbruch-Stiftung vergibt keine Promotionsstipendien. Bei ihr handelt es sich um eine sehr kleine Stiftung, deren finanzielle Mittel eng begrenzt sind. Die Gustav Radbruch-Stiftung kann daher keine Dauerverpflichtungen von größerem Umfang eingehen, wie sie ein Promotionsstipendium mit sich bringt.

Antragstellung
Vorschlägen und Bewerbungen sollten je nach Lage des Falles ein Arbeits- bzw. Forschungsplan, zwei Referenzen oder Gutachten von im Fachgebiet ausgewiesenen Persönlichkeiten sowie sonstige Befähigungsnachweise, Lebenslauf und Berufsweg beigegeben werden.

Termin
30. September eines jeden Jahres.

Zeitpunkt der Entscheidung
Der Verwaltungsrat der Gustav Radbruch-Stiftung entscheidet in seiner turnusmäßigen Sitzung zum Ende eines jeden Jahres über "Ob" und "Wie" einer Förderung.

Nähere Informationen
Gustav Radbruch-Stiftung; c/o Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main; Fachbereich Rechtswissenschaft; Prof. Dr. Dr. h.c. Ulfrid Neumann; Grüneburgplatz 1; 60629 Frankfurt / Main.

Bei Fragen zur Antragstellung: Herr Dr. Sascha Ziemann, Universität Frankfurt am Main, Fachbereich Rechtswissenschaft, Tel.: 069/798-34354; Fax: 069/798-34523, E-Mail: S.Ziemann@jur.uni-frankfurt.de

Über Gustav Radbruch
Gustav Radbruch (geb. 21.11.1878 in Lübeck, gest. 23.11.1949 in Heidelberg). Bedeutender Strafrechtslehrer und Rechtsphilosoph. Nach Promotion bei Franz von Liszt (Berlin 1902) und Habilitation bei Karl von Lilienthal (Heidelberg 1903) zunächst Privatdozent und außerplanmäßiger außerordentlicher Professor in Heidelberg (1910–1914); ab 1914 außerordentlicher Prof. in Königsberg, Kriegsteilnahme, ab 1919 ordentlicher Prof. in Kiel und 1926–1933 ordentlicher Prof. in Heidelberg. 1920 bis 1924 Mitglied des Reichstags (SPD), während dieser Zeit zweimal Reichsminister der Justiz. 1933 Entlassung aus dem Lehramt wegen „politischer Unzuverlässigkeit“, 1945 Wiedereinsetzung in Heidelberg. – Gustav Radbruch hat sich zeit seines Lebens für einen humanen Strafvollzug und den Resozialisierungsgedanken eingesetzt. Seine rechtsphilosophische Lehre vom gesetzlichen Unrecht und übergesetzlichen Recht (sog. „Radbruch'sche Formel“, 1946) fand nachhaltig Anwendung bei der juristischen Bewältigung der nationalsozialistischen Unrechtsstaats. [Weitere Informationen]

Literatur (Auswahl): Gustav Radbruch-Gesamtausgabe, hrsg, von Arthur Kaufmann, 20 Bde., Heidelberg 1987 ff. (s. insb. Bd. 10: Strafvollzug, bearbeitet von Heinz Müller-Dietz, Heidelberg 1994; Strafrechtsreform, bearbeitet von Rudolf Wassermann, Heidelberg 1992); Erdmuthe Falkenberg (Hrsg.): Beiträge zur Kultur- und Rechtsphilosophie. Festschrift für Gustav Radbruch zu seinem 70. Geburtstag, Heidelberg 1948; Arthur Kaufmann (Hrsg.), Gedächtnisschrift für Gustav Radbruch: 21.11.1878 – 23.11.1949, Göttingen 1968;  Arthur Kaufmann, Gustav Radbruch: Rechtsdenker, Philosoph, Sozialdemokrat, München u.a. 1987; Frank Saliger, Radbruchsche Formel und Rechtsstaat, Heidelberg 1995; Karl Heinrich Schäfer, Strafvollzug und Menschenwürde: Gustav Radbruch – Wegbereiter des Strafvollzugs des Grundgesetzes, Frankfurt am Main 2001; Ulfrid Neumann, Gustav Radbruchs Beitrag zur Strafrechtsreform, in: Kritische Justiz 2004, S. 432–441.

 

 

geändert am 09. Juni 2009  E-Mail: WebmasterS.Ziemann@jur.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 09. Juni 2009, 14:10
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb01/ifkur1/neumann/radbruch-stiftung/index.html