Der Völkerrechtler Prof. Dr. Michael Bothe wurde von der Bewegung des Internationalen Roten Kreuzes und Roten Halbmonds mit der Henry Dunant Medaille ausgezeichnet

Am 9. November wurde Prof. Michael Bothe, emeritierter Professor des Fachbereichs Rechtwissenschaft, von der Bewegung des Internationalen Roten Kreuzes und Roten Halbmonds die Henry Dunant Medaille verliehen.

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Am 9. November wurde Prof. Michael Bothe, emeritierter Professor des Fachbereichs Rechtwissenschaft, von der Bewegung des Internationalen Roten Kreuzes und Roten Halbmonds die Henry Dunant Medaille verliehen, die höchste Auszeichnung, welche die Bewegung alle zwei Jahre für herausragende Verdienste um die Verwirklichung ihrer Ziele vergibt. Sie ehrt damit seine über fünfzig Jahre reichende Arbeit an der Entwicklung, Verbreitung und Durchsetzung des Rechts der Genfer Konventionen zum Schutz der Opfer bewaffneter Konflikte. Dieses Recht ist Ursprung und Markenzeichen der Bewegung. Seine Entstehung verdankt es Henry Dunant. An der Entwicklung dieses Rechts hat Bothe in Vertragsverhandlungen mitgewirkt, insbesondere in der Diplomatischen Konferenz zu den Zusatzprotokollen von 1977, welche die Genfer Konventionen ergänzen, und seitdem in zahlreichen Expertengremien und Konferenzen. Seit 1973 ist er Mitglied des Deutschen Komitees für humanitäres Völkerrecht, einem Fachausschuss des Deutschen Roten Kreuzes, über 20 Jahre als sein Vorsitzender. Zur Kenntnis und zum Verständnis dieses Rechts hat er Entscheidendes beigetragen: durch eine Fülle von Veröffentlichungen, z.B. als Autor eines der beiden führenden Kommentare zu den Protokollen von 1977, durch seine akademische Lehrtätigkeit hier in Frankfurt und an Universitäten in Deutschland und rund um die Welt sowie durch zahlreiche Vorträge im In- und Ausland. Für die Durchsetzung dieses Rechts wirkte er als Mitglied und Vorsitzender der Internationalen Humanitären Ermittlungskommission, durch die Prozessberatung für Opfer von Rechtsverletzungen, z.B. Bombenopfer im ehemaligen Jugoslawien, durch Beratung von Hilfsorganisationen, etwa zur Sicherung des Zugangs für Hilfsaktionen in Syrien und im Gaza-Streifen, sowie durch die Prozessvertretung vor hohen Gerichten, z. B. vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag im Verfahren um den Bau einer Mauer im besetzten Gebiet Palästinas. Inspiration für diese Arbeit, sagt Bothe, war und ist das Ziel, durch Verwirklichung des Rechts das Leid zu lindern, das Kriege in unsäglicher Weise über die Menschheit bringen.

Wir alle freuen uns sehr über diese ehrenvolle und hochverdiente Auszeichnung unseres Kollegen Michael Bothe.

 

Der Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft

Goethe-Universität Frankfurt am Main